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KI-Deepfake gegen britischen Abgeordneten: Meta, Google und X haben keine Antworten

·Pandorex Redaktion·6 min Lesezeit
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Im Herbst 2025 wurde der britische Conservative-Abgeordnete George Freeman Opfer eines KI-generierten Deepfake-Videos, das behauptete, er sei zur Rivalenpartei Reform übergelaufen. Die Behauptung war komplett erfunden — aber plausibel genug, da mehrere echte Conservative-Übertritte stattgefunden hatten.

Die Konfrontation

Im März 2026 hatte Freeman die seltene Gelegenheit, Vertreter von Meta, Google und X direkt im britischen Parlament zu konfrontieren. Das Ergebnis war ernüchternd.

Google-Vertreterin Zoe Darme erklärte die Richtlinien für Wahlwerbung und "violative" Inhalte, konnte aber nicht sagen, ob etwas "demonstrativ Falsches" per se als Verstoss gilt.

X-Vertreter Wifredo Fernández verwies auf die Richtlinie für "synthetische und manipulierte Medien", räumte aber ein, dass der Dreistufentest möglicherweise nicht gegriffen hätte.

Meta, Google und X konnten weder erklären, warum das Video so lange zirkulierte, noch zusichern, dass es nicht wieder passiert.

Das systemische Problem

Freeman argumentierte, dass unkontrollierte politische Desinformation per KI den demokratischen Prozess in Grossbritannien beenden könnte. "Es gibt keinen Rechtsweg. Es gab keine Erklärung oder kein Prinzip, dass es ein Problem sei", sagte er vor dem Science, Innovation and Technology Committee.

Die Anhörung zeigt ein Muster: Plattformen haben Richtlinien, aber keine funktionierenden Mechanismen, um KI-generierte politische Desinformation in Echtzeit zu erkennen und zu entfernen.

Quellen: BBC, The Register (26.03.2026), UK Parliament Science, Innovation and Technology Committee.

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