Die britische Regierung hat ein "People's Panel" angekündigt, das die öffentliche Meinung zur Einführung einer digitalen Identität prüfen soll. Kosten: 630.000 Pfund Sterling.
Hintergrund
Digitale Identitätssysteme sind in Grossbritannien politisch umstritten. Der letzte Versuch — die National Identity Card unter der Labour-Regierung von Tony Blair — wurde 2010 von der Koalitionsregierung abgeschafft, nachdem er auf massiven Widerstand in der Bevölkerung gestossen war.
Die aktuelle Regierung verfolgt einen vorsichtigeren Ansatz: Statt eine digitale ID zu verordnen, wird erst gefragt. Das Panel soll repräsentativ zusammengesetzt sein und über mehrere Wochen tagen.
Kritik
Kritiker bemängeln die Kosten. "Wir könnten Ihnen umsonst sagen, dass die Antwort Nein lautet", kommentierte ein Nutzer auf The Register. Die Frage, ob 630.000 Pfund für eine Bürgerbefragung angemessen sind, oder ob das Ergebnis politisch bereits feststeht und das Panel nur als Legitimationsgrundlage dient, bleibt offen.
Für DACH-Unternehmen ist die Entwicklung relevant: Das Vereinigte Königreich ist nach dem Brexit ein wichtiger Datenverarbeitungsstandort. Wie britische Digital-ID-Systeme mit EU-eIDAS-Standards interagieren, wird Auswirkungen auf grenzüberschreitende Geschäftsprozesse haben.
Quelle: The Register (01.04.2026).