Die US-Telekommunikationsbehörde FCC treibt ein Importverbot für Router ausländischer Hersteller voran — mit der Begründung, die nationale Cybersicherheit zu stärken. Ein Public-Policy-Professor sieht das anders: "Es ist Industriepolitik, verkleidet als Cybersecurity."
Die Argumente für das Verbot
Befürworter, darunter der US-Router-Hersteller Netgear, argumentieren, dass Router aus China und anderen Ländern Backdoors enthalten könnten. Supply-Chain-Risiken seien real, und die USA müssten ihre kritische Infrastruktur schützen.
Die Gegenargumente
Der Professor argumentiert, dass ein pauschales Importverbot die USA unsicherer mache, nicht sicherer. Es reduziere den Wettbewerb, was zu weniger Innovation bei Sicherheitsfeatures führe. Es erhöhe die Preise, was dazu führe, dass Verbraucher und kleine Unternehmen ältere, unsichere Geräte länger nutzen. Und es adressiere nicht die eigentlichen Schwachstellen: schlechte Konfiguration, fehlende Updates und mangelndes Patch-Management.
Netgear hat aktiv für das Verbot lobbyiert — was die Frage aufwirft, ob die Motivation Sicherheit oder Marktschutz ist.
Relevanz für Europa
Europa diskutiert ähnliche Fragen im Kontext des Cyber Resilience Act und der NIS2-Richtlinie. Der Ansatz ist bisher stärker auf Zertifizierung und Standards ausgerichtet als auf Importverbote. Ob das effektiver ist, wird sich zeigen.
Quelle: The Register (30.03.2026).