Der Begriff "Vibe Coding" hat sich in der Entwickler-Community als Beschreibung für einen neuen Ansatz etabliert: Programmieren durch natürliche Sprache mit KI-Assistenten wie Claude Code, Cursor oder GitHub Copilot, wobei der Entwickler die Richtung vorgibt und die KI den Code schreibt.
Was Vibe Coding ist
Vibe Coding bedeutet: Man beschreibt, was man will, und die KI produziert den Code. Der Entwickler prüft, korrigiert und iteriert — aber schreibt weniger selbst. Der Name kommt von der Idee, dass man das "Vibe" des Projekts vermittelt, nicht die exakte Syntax.
Die Kritik
Traditionelle Entwickler sehen Vibe Coding als Bedrohung für das Handwerk. Wer Code nicht mehr selbst schreibt, versteht nicht, was passiert. Fehler werden nicht erkannt. Technische Schulden häufen sich unsichtbar an.
Die Gegenposition
Befürworter argumentieren: Vibe Coding senkt die Einstiegshürde. Menschen, die bisher keine Software bauen konnten, können es jetzt. Das erste, was Vibe Coding baut, ist nicht die App — es ist das Selbstvertrauen, dass man überhaupt etwas bauen kann. Und das ist wertvoll.
Gleichzeitig wird das Handwerk nicht sterben. Jemand muss den generierten Code reviewen, die Architektur entscheiden, Performance-Probleme diagnostizieren. Vibe Coding verschiebt die Rolle des Entwicklers vom Code-Schreiber zum Code-Reviewer — ähnlich wie CAD die Rolle des Architekten vom Zeichner zum Designer verschoben hat.
Quelle: The Register, "The first thing vibe coding builds is confidence it will help you succeed" (29.03.2026).