Kurzfassung: OpenAI wird Ankerkunde von Firmus und reserviert Rechenkapazität in zwei geplanten KI-Rechenzentren in Malaysia. Firmus meldet dadurch mehr als 900 MW vertraglich gebundene Kapazität. Interessant ist die Verbindung mit zwei älteren Signalen: Vera-Rubin-Systemen von NVIDIA und einer bereits reservierten Transpazifik-Leitung.
Firmus und OpenAI haben am 8. September eine mehrjährige Partnerschaft angekündigt. Die beiden Malaysia-Standorte gehören zu einem Netz von sieben sogenannten AI Factories in Australien, Singapur, Indonesien und Malaysia. Zwei Standorte sind bereits in Betrieb, fünf sollen nach Firmus-Angaben innerhalb der kommenden 24 Monate bereitstehen.
Compute allein reicht nicht
Firmus will in der Region NVIDIA Vera Rubin NVL72 zusammen mit NVIDIAs DSX-Plattform und der eigenen modularen HyperCube-Infrastruktur einsetzen. Die Aussage, dadurch würden Deployment und Token-Kosten automatisch besser, stammt vom Anbieter und ist noch kein unabhängiger Effizienznachweis.
Wichtiger ist der Infrastrukturkontext. Erst am 3. September vereinbarte Firmus mit SUBCO bis zu 150 Tbit/s dedizierte Kapazität auf dem geplanten APX-East-Unterseekabel zwischen Australien und den USA. Firmus will dafür rund 300 Millionen US-Dollar über 25 Jahre investieren; die Leitung soll Ende 2028 verfügbar sein.
Pandorex Analyse
Die Entwicklungslinie ist klarer als bei einem isolierten Rechenzentrumsdeal: Firmus bindet gleichzeitig Strom- und Rechenzentrumsleistung, nächste GPU-Generationen und internationale Netzkapazität. OpenAI wird nun der sichtbarste Großkunde dieses Stacks. Das spricht dafür, dass KI-Infrastruktur in Asien-Pazifik zunehmend als zusammenhängendes System aus Energie, Kühlung, Beschleunigern und Fernverbindungen geplant wird.
Die Größenordnung bleibt jedoch sauber zu trennen. OpenAI und NVIDIA hatten 2025 mindestens 10 GW NVIDIA-basierte Infrastruktur angekündigt, deren erste Phase ab der zweiten Jahreshälfte 2026 Vera Rubin nutzen soll. Derzeit nicht bestätigt ist, dass die beiden Firmus-Standorte in Malaysia formal zu diesem 10-GW-Programm gehören. Auch der Wert des neuen Vertrags wurde nicht veröffentlicht.
Für OpenAI ist der Deal dennoch strategisch relevant: Er verteilt zusätzliche Compute-Kapazität geografisch und erschließt einen schnell wachsenden Rechenzentrumsmarkt in Südostasien. Für Firmus wiederum macht ein Ankerkunde wie OpenAI die geplanten Standorte wirtschaftlich belastbarer – bevor alle fünf neuen Anlagen überhaupt in Betrieb sind.