Kurzfassung: MediaTek hat mit dem Dimensity 9600 Pro seinen ersten Smartphone-Chip aus TSMCs 2-nm-Fertigung vorgestellt. Zwei NPU-Blöcke sollen große KI-Modelle effizienter direkt auf dem Gerät ausführen. Unabhängige Messungen und konkrete Smartphones fehlen noch.
Acht schnelle Kerne, zwei Aufgaben für KI
Die CPU nutzt acht große Kerne in einer 2+3+3-Anordnung: Zwei C2-Ultra erreichen bis zu 4,55 GHz, drei C2-Pro 4,35 GHz und weitere drei C2-Pro 3,1 GHz. MediaTek nennt gegenüber der Vorgängergeneration 17 Prozent mehr Single-Core- und 15 Prozent mehr Multi-Core-Leistung. Bei maximaler Multi-Core-Leistung soll der Energiebedarf um 61 Prozent sinken.
Für KI kombiniert der Chip eine NPU 1090 mit einem zweiten, besonders sparsamen NPU-Block. Der Hersteller verspricht 51 Prozent mehr Leistung beim Einlesen eines Prompts und 55 Prozent mehr erzeugte Tokens pro Watt. Unterstützt werden sollen Modelle mit bis zu 30 Milliarden Parametern. Für häufig aktive KI-Funktionen gibt MediaTek 40 Prozent weniger Energiebedarf an.
Zur Plattform gehören außerdem eine G2-Ultra-NX-GPU, 34,5 MB Cache sowie Unterstützung für LPDDR6 und UFS 5.0. Die GPU soll in MediaTeks Tests 27 Prozent höhere Spitzenleistung bei 24 Prozent weniger Energie erreichen. Alle Prozentangaben stammen aus Herstellerprüfungen mit Referenzgeräten; Testbedingungen und fertige Telefone können davon abweichen.
Parallel erscheint der Dimensity 9600M in TSMCs 3-nm-Verfahren für einen breiteren Teil des Oberklassemarkts. Erste Smartphones mit beiden Chips sollen laut MediaTek bald folgen.
Pandorex Analyse
Die Unterstützung eines 30B-Modells bedeutet noch nicht, dass ein solches Modell auf jedem Telefon praktisch nutzbar ist. Entscheidend sind Arbeitsspeicher, Quantisierung, Speicherbandbreite, Kühlung und die dauerhaft zulässige Leistungsaufnahme. Auch „2 nm“ ist eine Bezeichnung der Fertigungsgeneration, keine gemessene Transistorlänge.
Der interessante Schritt ist deshalb weniger ein einzelner Spitzenwert als das Gesamtpaket aus neuer Fertigung, LPDDR6, UFS 5.0 und getrennten NPU-Aufgaben. Ob daraus längere lokale KI-Sitzungen statt kurzer Demos werden, zeigen erst unabhängige Messungen in Seriengeräten.
