Kurzfassung: Die britische Wettbewerbsbehörde CMA will KI-Assistenten wie ChatGPT oder Perplexity grundsätzlich in Googles Auswahl für den Standardsuchdienst zulassen. Der Vorschlag betrifft Chrome und Android im Vereinigten Königreich und verlangt unter anderem nachvollziehbare Quellenhinweise. Noch ist das keine endgültige Regel.
Was Google ändern müsste
Google soll bei der ersten Einrichtung eine nicht überspringbare Auswahl anzeigen und danach jährlich erneut auf Alternativen hinweisen. In Chrome betrifft das die Adressleiste, unter Android zusätzlich die voreingestellte Such-App und das Such-Widget. Die Anbieter würden vollständig zufällig sortiert; Nutzer müssten durch die gesamte Liste scrollen. Bis zu zwölf geeignete Dienste sollen direkt erscheinen, bei mehr Kandidaten muss die vollständige Liste erreichbar bleiben.
Die Kriterien sind technikneutral. Ein KI-Assistent kann aufgenommen werden, wenn er das breite Spektrum allgemeiner Suche abdeckt, einschließlich der Websuche, funktionsfähig ist und von einem bedeutenden Anteil britischer Nutzer als allgemeiner Suchdienst verstanden wird. Generative Zusammenfassungen müssten Verlage klar und korrekt nennen, damit Nutzer die Quellen öffnen und prüfen können. Mindestanforderungen an Sicherheit gelten ebenfalls; Datenschutz bleibt einem getrennten Regelwerk vorbehalten.
Google würde die Eignung halbjährlich prüfen. Das Verfahren muss laut Entwurf klar, fair und transparent sein; Ablehnungsgründe gehen auch an die CMA. Eine kurze Testoption soll den Wechsel erleichtern. Die Konsultation endet am 9. Oktober 2026, eine endgültige Entscheidung erwartet die Behörde bis Jahresende.
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Der Entwurf behandelt KI-Assistenten nicht als Sonderkategorie, sondern als mögliche Zugangspunkte zur Websuche. Das ist regulatorisch bedeutsamer als eine bloße zusätzliche App: Wer in der Chrome-Adressleiste oder im Android-Widget voreingestellt ist, kontrolliert den ersten Schritt vieler Suchanfragen. Zugleich verhindert die Pflicht zur Quellenzuordnung, dass eine rein konversationelle Antwort ohne überprüfbaren Webpfad automatisch genügt.
Ob daraus große Marktanteilsverschiebungen entstehen, ist offen. Die begleitende qualitative CMA-Studie umfasste 80 Tests und ist nicht statistisch repräsentativ. Viele Teilnehmende übersahen die zufällige Reihenfolge oder Optionen unterhalb des sichtbaren Bereichs; manche interpretierten die oberste Position als Empfehlung. KI-Dienste weckten Interesse, warfen aber Fragen zu Genauigkeit, Datenschutz und Abonnements auf. Zufallsreihenfolge, Scrollpflicht und Testoption reagieren direkt auf diese Probleme, beseitigen den Bekanntheitsvorteil etablierter Marken jedoch nicht.
Google ist seit Oktober 2025 für allgemeine Suche und Suchwerbung im Vereinigten Königreich als Unternehmen mit strategischem Marktstatus eingestuft. Der neue Vorschlag ergänzt bereits 2026 beschlossene Vorgaben zu Publisher-Kontrollen sowie fairer Rangfolge und Datenübertragbarkeit. Er öffnet einen Vertriebsweg für KI-Anbieter, garantiert ihnen aber weder Aufnahme noch Nutzung.
