Anthropic hat Fermats letzten Satz vollständig in der Beweissprache Lean formalisiert. Claude-Agenten erzeugten dafür nach Unternehmensangaben in elf Tagen rund 13 Millionen Codezeilen. Ein Computer kann nun jeden formalen Schritt prüfen.
Was erreicht wurde
- Umfang: 30.300 Zwischensätze entstanden; 29.500 davon fließen in den abschließenden Beweis ein.
- Arbeitsweise: Dutzende Agenten bearbeiteten Abhängigkeiten parallel. Menschen gaben gelegentlich übergeordnete Hinweise.
- Kontrolle: Der finale Lean-Check verwendet drei Standardaxiome. Anthropic hat Code und Prüfwerkzeuge veröffentlicht.
Claude fand dabei keinen neuen mathematischen Beweis. Die Formalisierung folgt der bekannten Kette von Frey, Serre, Ribet, Wiles und Taylor-Wiles und baut auf der Lean-Bibliothek Mathlib sowie früheren Arbeiten auf.
Warum das zählt
Formale Beweise machen versteckte Lücken sichtbar und können Ergebnisse langfristig maschinenlesbar sichern. Der Zeitgewinn zeigt, wie KI umfangreiche Formalisierungsarbeit beschleunigen kann.
Einordnung: Die Angaben zur Geschwindigkeit und weitgehenden Autonomie stammen von Anthropic. Eine vollständige unabhängige Reproduktion war zum Start nicht dokumentiert. Der offene Code ermöglicht sie jedoch. Entscheidend ist nun, ob andere Teams den Beweis sauber neu bauen und die Methode auf weniger erschlossene Mathematik übertragen können.